Vorgeschichte Grünes Bündnis GB Biel
Die Vorgeschichte des GB ist wesentlich länger als diejenige der Grünen Freien Liste. Das GB war ein Zusammenschluss von drei Parteien: der ProgressivenOrganisation Schweiz POCH, der Sozialistischen Arbeiterpartei SAP (seit 1979, vorher Revolutionäre Marxistische Liga RML, Gründung 1969) und der Partei der Arbeit PdA, die jedoch vor allem durch eine einzelne Person in Erscheinung trat, heute Mitglied der Grünliberalen Partei GLP (ich werde deshalb nicht weiter auf sie eingehen). Für SAP und PdA war die nationale und internationale Vernetzung sehr zentral, für die POCH auch die kantonale.
Neben den politischen Parteien gab es in Biel noch verschiedene maoistische K-Gruppen-Anhänger, dann auch die Anarchisten rund um das Autonome Jugendzentrum AJZ. In historischen Nachschlagewerken werden diese einzelnen Parteien und Bündnisse meist zusammenfasst unter dem Begriff „Die neue Linke“. Sie lehnten das herrschende System, den bürgerlichen Machtstaat und den ausbeuterischen Kapitalismus, ab. Konkrete Beispiele ihres Engagements: Die Vertretung der Jugend, die Gleichstellung der Frauen, die Frühpensionierung, die 35-Stundenwoche, die Verstaatlichung der Banken und von Schlüsselindustrien, sowie die Abschaffung der Armee. Fernziel war: die „klassenlose Gesellschaft“. Um zusammen mit der SP/PS eine linke Mehrheit auch im Gemeinderat zu schaffen, kandidierte das GB im Jahr 1996 erstmals mit GFL, SP/PS und den Gewerkschaften als Team 2000 für die Exekutive.
2.1 Die Progressiven Organisationen Schweiz POCH
„Widerstand, glaube ich, ist das Mögliche im Augenblick“(Max Frisch)
Die POCH verstand sich als Erneuerungspartei der PdA und wurde 1969 in Basel und 1971 gesamtschweizerisch gegründet. Sie bewegte sich nahe den Befreiungsbewegungen Afrikas und des nahen Ostens (PLO, Frente Polisario etc), sowie den sozialistischen Entwicklungsländern (Kuba, Nordkorea, Angola etc) Sie verstand sich als verbundene antiimperialistische marxistische Kraft, die keiner Grossmacht nahe stand (weder UdSSR noch China). Die POCH hatte im Gegensatz zur SAP und PdA keine Ableger in der Romandie. Sie bestand in Biel aus wenigen sehr engagierten und aktiven Mitgliedern. Ihre Schwerpunkte setzten sie auf Planung, Stadtentwicklung, Ökologie (z.B. gegen den ausufernden Autobahnbau), Bildungsreformen (kant. Initiative „Fördern statt auslesen“) und linke Wirtschaftspolitik. Viel Kraft ging verloren durch die ständige Abgrenzung zur SAP und vor allem zur SP, auf deren Unterstützung man gleichzeitig angewiesen war. Dies war sicher einer der wesentlichen Gründe, weshalb sich auch die POCH Biel 1987 dem Grünen Bündnis Kanton Bern anschloss und so ihre Kräfte bündelte.
2.2 Die sozialistische Arbeiterpartei SAP (vormals Revolutionäre Marxistische Liga RML)
„Kein Sozialismus ohne Demokratie“ (SAP-Infobulletin, 89)
1969 wurde die Revolutionäre Marxistische Liga RML in Lausanne gegründet. Sie wurde 1980 in SAP umgetauft. Als Kämpferin für einen Umbruch der bürgerlichen Gesellschaftsordnung und für eine Arbeiterdemokratie war es der SAP Biel immer wichtig, sich auch in ideologisch nahe stehenden Gruppierungen zu engagieren: Gewerkschaften, Anarchistische Gruppierungen, in der Gruppe Schweiz ohne Armee GSOA, in der Gruppe ums AJZ, dann auch in der Information für Frauen INFRA usw. In ihrer Blütezeit zählte die SAP ca. 30 aktive Mitglieder. Das politisch-gesellschaftliche Engagement war zentral und besetzte fast völlig die Freizeit. Das heisst, der politische Kreis war gleichgesetzt dem Freundeskreis. Die berufliche Arbeit diente der Finanzierung der Parteiarbeit. Das konkrete Engagement galt u. a. der Gleichstellung der Frau auf allen Ebenen, dem Kampf gegen Nachtarbeit von und gegen die Gewalt an Frauen, für eine sinnvolle Jugend-, Bildungs- und Gesundheitspolitik, gegen die Erhöhung des Rentenalters, für ökologische Massnahmen (Boden- und Verkehrspolitik), dann auch der Solidarität mit Nicaragua und Guatemala. Auch fanden die Befreiungsbewegungen gegen die Diktaturen von Spanien, Portugal, Chile und Argentinien die Unterstützung der SAP. Ein wichtiger Teil waren die Aktivitäten zugunsten der italienischen und spanischen Immigranten (letztere: Franco-Gegner). Auch die SAP fand es 1987 sinnvoll, ihre Kräfte im Rahmen des Grünen Bündnisses Kanton Bern zu bündeln und so ihre Anliegen wieder effektiver vertreten zu können.
Grünes Bündnis GB Biel
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